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Seine Fähigkeit, die in den Phänomenen wirksamen Hintergrundkräfte zu entdecken, machte es ihm möglich, die Aufstellungsarbeit auf ein Fundament zu stellen. Er formulierte Ordnungen, die ein System in Gleichgewicht halten oder deren Verletzung ein Ungleichgewicht herbeiführen, das die Beteiligten zum Ausgleich drängt. Eine seiner wichtigen Entdeckungen war, dass der Ausgleich im Regelfall generationsübergreifend erfolgt. Die Kraft, die den einzelnen dazu drängt, ist das von ihm entdeckte "Gewissen" des Systems.
HELLINGER gibt sozialen Systemen ein eigenes Gedächtnis und ein eigenes Gewissen, das im persönlichen Gewissen nicht spürbar ist, dessen Wirkung sich nur in den schicksalhaften Ereignissen erschließt. Sein Systembegriff gibt dem Aphorismus "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" neuen Inhalt und bietet nicht nur methodisch eine Fülle neuer Zugangsweisen zu psychischen und sozialen Problemen. Sein Wissen entsteht aus induktiven Erkenntnisprozessen, die Phänomene in sinnhafte Zusammenhänge stellen.

In unserer Gegenwart, die geprägt ist von Individualismus und Freiheitsglaube, in der viele Menschen so tun, als seien sie losgelöst von den Mythen und Schicksalen aus dem familiären Ursprungs, aus dem sie stammen, zeigt HELLINGER, dass auch die Familie und deren oft lang vergangene, schicksalhafte Ereignisse bis in unser heutiges Leben wirken können. Seine neueren Entwicklungen beziehen sich auf Übertragungen eines Teiles der Gesetze des Familienstellens auf andere Formen von Systemen und Organisationen. In den Arbeiten zur "Bewegung der Seele" und den "Bewegungen des Geistes" werden Lösungen für Konflikte zwischen größeren sozialen Verbänden deutlich, die neugierig machen darauf, in welche Bereiche die als Familienstellen begonnene Aufstellungsarbeit noch vordringen mag.
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